Freitag, 17. April 2009
Samstag, 14. März 2009
Back in Malawi
Ndikukhulupirira kuti muli bwino. Ndinafika ku Malawi sabata latha ndi ndili bwino. Transport ku Malawi inali bwino. Ndinakonda nthawi yanga ku Germany. Ndinachita zinthu zambiri ndiponso ndinaona anzanga ambiri. Ndinakhala nthawi yosangalala ndi yabwino.
KuMalawi kuli bwino. Ndinachita zinthu zambiri sabatha loyamba kuMalawi. Ndinapita ndi ana anga ku French Cultural Centre kukakumana ndi “Vizebotschafer” wa Faransa ndi kukaona library. Loweruka ndinali oweruza ku French Cultural Centre. Kunali “Theater Competition” ya chifaransa kuti inali bwino bwino. Lero ndikulemba malipoti anga ndi ndikonza mayeso anga. Ntchito ndi yambiri koma ikuyenda bwino. Ndikukufunirani tsiku labwino, tionana!
Marian
Hallo Freunde,
Ich hoffe, dass es euch gut geht. Ich kam letzte Woche in Malawi an und es geht mir gut. Der Transport nach Malawi war gut. Ich habe meine Zeit in Deutschland sehr genossen. Ich habe viele Sachen gemacht und auch viele Freunde gesehen. Ich verbrachte eine gute und fröhliche Zeit.
In Malawi ist alles in Ordnung. In der ersten Woche in Malawi habe ich vieles gemacht. Ich bin mit meinen Schülern ins französische Kulturzentrum gegangen um den französischen Vizebotschafter zu treffen und die Bücherei zu sehen. Am Samstag war ich Jurymitglied im französischen Kulturzentrum. Dort fand der regionale französischsprachige Theaterwettbewerb statt, der sehr gut war. Heute schreibe ich verschiedene Berichte und bereite meine Tests vor. Es ist viel Arbeit aber es läuft gut. Ich wünsche Euch allen noch einen schönen Tag, bis bald!
Marian
So jetzt seid Ihr mal ein wenig in den Genuss meines „perfekten Chichewas J“ gekommen.
Die Zeit in Deutschland war einfach nur cool. Sie ging leider viel zu schnell rum, sodass ich nicht alles machen konnte, was ich wollte. Zuerst war ich für einige Tage in Freiburg, nachdem ich um 5 Uhr morgens von meinen Eltern am Flughafen abgeholt wurde. Das Wetter sorgte für einen guten Start: -2 Grad, leichter Schneefall. Die französische Familie, die die ganze Zeit neben mir im Flieger saß, wollte bei diesen Nachrichten schon wieder nach Südafrika zurück, ich freute mich zunächst noch auf das Winterwetter. Nachdem ich erstmals halbwegs winterfest eingekleidet wurde, ging es nach einer Stadttour durch Frankfurt nach Freiburg in den Schwarzwald, wo wir den Karneval verbrachte. Am Rosenmontag ging es dann abends wieder zurück Richtung Duisburg, wo wir dann am Dienstag ankamen. Zu meiner freudigen Überraschung war eigentlich alles wie beim alten. Meine Eltern haben nun eine neue Hightech Kaffeemaschine und der Kreisverkehr an der Brücke der Solidarität ist vollkommen beschissen, ansonsten scheint alles gleichgeblieben zu sein. Die 5 anderen Tage, die super schnell rumgingen, beschäftigten sich hauptsächlich mit Freunde treffen und Sachen für Malawi einkaufen und dann war schon wieder Montag, wo das Flugzeug nach Südafrika losging. Ich genoss meine letzte Deutsche Mahlzeit (Mäcces) und dann war ich einen knappen Tag später in Malawi.
Neben der guten Zeit mit der ganzen Familie, war der Freitag Abend der wohl vielen meiner Leser noch halbklar J im Gedächtnis ist einer der vielen schönen Momente. Keine Sorge ich komme wieder!!
Der Flug nach Südafrika war eigentlich ganz gut und der Flug nach Malawi wieder ein afrikanischer Höhepunkt. Zum Einen flog ich anstatt mit Malawi Airways mit Star Air Cargo, die meiner Meinung die schlechteste Airline der Welt ist (alle Flugzeuge von Air Malawi sind in Reparatur, was mich beruhigt, da Simon sagt, dass Air Malawi die beste Airline der Welt ist, da immer wenn es Probleme am Flugzeug gibt, sofort repariert wird J). Der Steward war der selbe wie beim letzten Mal, der während des letzten Fluges die ganze Zeit Kotzgeräusche bei der Landung gemacht hat, und da er mich sofort erkannte, startete er sofort einen Smalltalk mit mir und ich war im hilflos ausgeliefert… Ich habs überlebt J.
Während des ganzen Fluges war das Wetter top, strahlender Sonnenschein ermöglichte mir eine wunderbare Aussicht, bis ich in Malawi war. Denn genau an der Grenze zwischen Mosambik und Malawi, türmte sich ein Wolkenberg auf, der halb Malawi einschloss. Ich landete also bei einem tropischen Regenguss in „Chileka International Airport“ (Das internationalste dabei ist der Name) und wir wurden nicht aus dem Flieger gelassen, da es so stark regnete. Nach 45 Minuten wurden dann 2 Regenschirme für die Businessclass beschafft, zu der ich nicht zählte. Nach weiteren 15 Minuten beschlossen dann die ersten todesmutig in den Regen zu rennen, um in das Wärterhaus zu rennen, ich folgte dann und, nachdem wir über die Regenabflussrinne, die inzwischen schon ein kleiner Fluss war, gesprungen sind, war ich dann wieder im guten alten Malawi.
Mir geht es ganz gut in Malawi. Die ersten Tage waren arbeitsreich, wie in meiner kurzen Einleitung beschrieben und ich bin nun wieder mitten im Alltag. Nächstes Wochenende werde ich zum Elev8festival fahren, einem „großen“ Musikfestival Malawis und in zwei Wochen wird meine Familie mich besuchen
So ich denke, dass das eine kurze Zusammenfassung meiner letzten Zeit war. Ich wünsche Euch noch alles Gute und bis bald!
Tionana!
Marian
Dienstag, 17. Februar 2009
Hexerei in Malawi: Ein Update
mir geht’s gut. Ich habe leider zur Zeit viele Stromausfälle durch die vielen Regenfällen, sodass das Anrufen, Mail beantworten und ähnliche lange nicht mehr funktionierte. Ebenfalls habe ich seit Sonntag eine lästige Lungeninfektion geholt, sodass ich zur Zeit einen Gang zurückschalte. Es geht mir aber schon deutlich besser.
Donnerstag werde ich nach für 12 Tage (19. Februar- 3. März) nach Deutschland fliegen, worauf ich mich schon richtig freue. Ich würde mal sagen, dass wir irgendwann bei mir dann Party machen. Ich muss dann nur Daten ausmachen ;)
Mein heutiger Bericht wird mal wieder Hexerei sein. Ansonsten ist es nämlich ganz normal hier. Die Schüler haben Ihre „Midtermexams“ hinter sich und ich verzweifele bei der Benotung…
Bei meiner Naturwissenschaftsprüfung war Frage Nummer 1: Was ist ein Experiment? Die Antwort bei einigen Schülern darauf war: „Gott ist gut!“ Eine ebenfalls beliebte Antwort war „Magic“. Ich habe es Ihnen eigentlich nicht so beigebracht…^^
Und mit „Magic“ sind wir schon bei dem Thema worauf ich hinaus wollte:
Nach etwas längerer Zeit ohne direkte Hexenerlebnisse ist es wieder zu einen Zwischenfall gekommen. Inzwischen kann ich nur noch die Schultern schütteln kann, wenn ich die ganzen „Schauergeschichten“ höre, die hier todernst genommen werden und sich immer wieder im Alltagsleben wiederspiegeln.
Die Frau eines Pastors wird derzeit der Hexerei beschuldigt, sodass die Dorfgemeinschaft vorhat die Frau, den Ehemann und das Haus zu steinigen. Der Pastor hat sich nun zu uns geflüchtet, aber die Idee nun ist nicht zu sagen, dass die Familie „unschuldig“ ist, sondern zu beweisen inwiefern die Hexenvorwürfe stimmen… Das Haus in dem nun das Pastorenehepaar (beide über 60) zusammen mit 4 Töchtern und 3 Babys leben müssen ist unter jedem Niveau. Ich würde da wohl keine 2-3 Stunden drinne wohnen geschweige denn eine Nacht drin verbringen. Ohne Türen und Fenster und mit einer bis zu 1 Meter hohen Sandschicht in den Räumen drinne müssen Sie in einen der schlechteren Viertel Blanytres ausharren… Das hat mich echt mitgenommen und dort habe ich beschlossen zu helfen, sodass wenigstens Türen und so reinkommen. So kann angebliche Hexerei schlagartig eine Existenz vernichten!
Ebenfalls ist zur Zeit eine Ziege im Gefängnis, die angeblich ein Hexer ist, der, nachdem er was vom Markt geklaut hat, sich zu einer Ziege verwandelt hat, um der Polizei zu entfliehen. Das scheint dann aber nicht ganz geklappt zu haben. Vielleicht verwandelt sich die Ziege ja zurück, wenn sie erfährt, dass man sie essen will…
Auch geht zur Zeit das Gerücht um, dass es einen Hexer gibt, der Penisse und Brüste schrumpfen lässt, was viele Leute in helle Aufregung versetzt. Angeblich sollen spezielle Fruchtbarkeitspüppchen dagegen helfen. Genaueres weiß ich aber auch nicht.
Diese Geschichten prägen die Malawier mehr als alles anderes und ich bemerke, dass solche Geschichten ein großes Entwicklungshindernis sind, da es auch vorkommt, dass sich Leute aus Rache gegenseitig der Hexerei beschuldigen oder, dass Leute die plötzlich durch Ihre Arbeit reich geworden sind Hexen sein sollen, da der Reichtum zu plötzlich kam.
Wie weist man nun Hexerei nach?
Das bleibt nachwievor das „größte Problem“ in den meisten Fällen. Entweder verpetzen Kinder, die von Hexen unterrichtet werden Ihre Hexenmeister oder eine Person entdeckt durch Zufall einen Hexer. Leider, so sagt der Schulleiter, gibt keine Hexe freiwillig zu, dass sie eine Hexe ist, sodass es schwer ist Hexen schnell zu finden. Es gibt aber noch andere Möglichkeiten.
So entdeckt der Onkel des Schulleiters mühelos Hexen. Es reicht, dass er eine Person ansieht um zu merken, ob diese eine Hexe ist. Ebenfalls würden Inder sofort merken, ob bestimmte Menschen Hexen sind oder nicht. Hexen würden dann selbstverständlich sofort aus dem Geschäft rausgeworfen werden, sodass dann auch jeder weiß, dass die Person eine Hexe ist. Ich habe nun vorgeschlagen, dass jedes Dorf einen Inder bekommen sollte. Somit würde man die Hexen erheblich schneller finden.
Auch seien muslimische Hexen angeblich schlimmer als christliche Hexen und ich könnte inzwischen auch verhext werden, da das traditionelle Hexentum (nur die Familie kann sich untereinander verhexen) nicht mehr existiert und nun jeder jeden verhexen kann.
Da hilft es auch nicht sehr viel, wenn ich sage, dass wir in Europa keine Hexen haben. Die einzige Reaktion darauf ist: “You are so lucky!“. Ihren „Aberglauben“ mal kritisch zu überdenken und realistischer zu werden, machen nur die wenigsten, sodass ich bei solchen Diskussionen immer auf verlorenen Posten stehe.
Naja was soll man da machen. Mein Chef sagt da immer: „This is Africa my friend! We have witches, you have the Mafia“ und die Diskussion ist beendet.
Daher beende ich nun auch meinen kurzen Bericht!
Tionana, bis bald!
Marian
Samstag, 24. Januar 2009
Malawianische Schulerlebnisse
das neue Schuljahr hat gut angefangen und ich bin schon wieder voll im Schulleben drinne. Die letzten Tage habe ich damit verbracht den Jahresplan zu erstellen, wobei die Lehrer immer vergaßen, dass Französisch auch ein Schulfach ist, was Sie gerne ignorieren, worüber ich mich ein wenig ärgere^^ , meine neuen Klassen kennenzulernen und wieder in alles reinzukommen. Ich habe nun auch endlich mit konsequenten Chichewaunterricht begonnen. Zum Jahreswechsel gibt’s immer viel Stress in Malawi und sicherlich überall auf der Welt.
Wie im Rundbrief auch stand bin ich nun der Mitvorsitzende des Landwirtschaftsclubs und bin mit meinen Deutschclub auch am Start. Das Clubsystem ist dennoch sehr eigenartig, weil die freiwilligen Clubs verpflichtend sind und Schüler teilweise in Clubs gezwungen werden, damit die „unbeliebten“ Lehrer auch einen Club haben. Demokratie für Schüler ist noch sehr rar hier und ich bin mal gespannt wie die Clubs werden.
Die Erstklässler (4 Jahre) wurden übrigens geschlossen in den HIV AIDS Aufklärungsclub gesteckt, weil der Schulleiter meinte, dass Aufklärung (auch die sexuelle) nie zu früh kommen kann und er mir ganz geschockt erzählt hat, dass einige Kinder schon wissen, wie Babys geboren werden.
Er pflegt nämlich seinen Schülern zu sagen, dass Eltern Ihre Babys bekommen, indem sie in das Krankenhaus gehen um das schönste Baby für sich auszuwählen und daher jeder Schüler, um nicht wieder im Krankenhaus umgetauscht zu werden, hart arbeiten müsste. ;)
Der Schulleiter, mit dem ich mich super verstehe, ist einfach genial. Bei den letzten zwei „Schulassemblies“ hat er das Müllproblem mit folgenden 2 Themen behandelt.
1) Marian kommt aus Deutschland. In Deutschland wird man verhaftet, wenn man Müll aus dem Boden wirft. Deshalb ist es auch so schön sauber in Deutschland (ich erinnere mich nicht daran, Ihm sowas erzählt zu haben :D). Solltet Ihr Schüler eines Tages alle von Marian nach Deutschland mitgenommen werde (habe ich auch keinem versprochen :D) würdet Ihr sofort verhaftet werden in Deutschland. Also müsst Ihr fleißig in Malawi üben nichts mehr auf dem Boden zu werfen.
Dabei hat er die ganze Zeit seine Hände bekreuzigt und Handschellen simuliert.
2) Liebe Schüler. Wenn Ihr Müll auf dem Boden werft, kommen Fliegen. Fliegen übertragen Cholera. Das bedeutet, dass Ihr dann Cholera bekommt (In Simbabwe sind inzwischen über 2800 Choleratote) und innerhalb eines Tages in der Schule sterbt. Wollt Ihr in der Schule sterben?!
Das ist die malawianische Art 4- 12 Jährigen das Müllproblem näher zu bringen. ;)
Ansonsten ist er nun mega stolzer Besitzer des neuen Schulcomputers (12 Jahre alt), den wir durch Umstrukturierung im Büro erhalten haben. Ich bringe Ihm nun ein wenig Word bei, doch seitdem der Schulleiter das „Pinball Spiel“ und „Minesweeper“ auf dem Computer entdeckt hat, treffe ich Ihn oft beim Spielen ;)
Mein Unterricht:
Ich bin nun Französischlehrer bei den 1,2,5 und 6 Klässlern und ebenfalls Naturwissenschaftslehrer bei den 5 Klässlern. Die Arbeit (vor allen bei den Erst- und Zweitklässlern) ist sehr anstrengend aber sehr lohnend, weil die Kinder normalerweise gut mitmachen und sehr freundlich sind. Da sie aber auch ebenso faul sind, habe ich nun bei den Fünft- und Sechstklässlern mit Vokabeltests, Heftkontrollen und Umsetzen begonnen.
Ein sehr lauter Schüler, der immer sagt, dass die Mädchen stinken und nie seine Hausaufgaben macht, wurde zwischen 2 Mädchen gesetzt. Seitdem ist er leise :D. Das Gruppenbewusstsein ist weiterhin gleich Null. Alle petzen, schlagen sich gerne heimlich, wenn ich wegsehe und machen sich gegenseitig das Leben schwer. Ob sich das nochmals ändern wird???
Meine Naturwissenschaftsklasse macht mir sehr viel Spaß.
Ich habe in der ersten Stunde 5 weiße Pulver auf den Tisch gestellt und die sollten die Unterschiede experimentell erahnen (Gucken, in Wasser packen, Indikator). Das Thema dabei lautete: Was ist ein Versuch? Das einzige was dabei geklappt hat war das Pulver essen. Leider ging es nicht sehr wissenschaftlich sondern jeder hat seine Finger in die Pulver gepackt und gegessen (Isst ein Malawier, müssen alle essen). Das Ergebnis waren Bauchschmerzen bei 10 Leuten, die alle 3 Minuten zum Wasserhahn zum trinken gerannt sind :D
Das Ergebnis der ersten Chemiestunde war dann: „Man soll keine Sachen essen, die man nicht kennt!!“ (Wenn man Salz, Soda, Zitronensäure, Zucker und Mehl zusammen isst, tut es sicherlich weh)
Ich fand es aber genial ;)
Leider sind meine Schüler durch die vorhergegangenen Jahre etwas geschädigt, da sie ansonsten in Naturwissenschaft nur auswendig lernen mussten. Daher wurde Ihre Kreativität komplett vernichtet. Das versuche ich mal ein wenig zu ändern
Aber das ist Malawi, wo Pädagogik etwas anders interpretiert wird ;)
Azanga, ich melde mich bald wieder und wünsche alles Gute an alle Enden der Welt!
Tionana,
Marian