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Dienstag, 13. Januar 2009

Rundbrief

Liebe Freunde, Moni Azanga,
nun ist es endlich wieder Zeit für meine dritte Rundmail. Ich war etwas schludrig mit Mailschreiben in letzter Zeit, da soviele verschiedene Sachen zu tun waren. Aber besser spät als nie!!
Zuerst das Wichtigste: Es geht mir ganz gut in Malawi. Die Regenzeit ist nun im vollen Gange, was ich aber nicht sehr störend finde. Es erinnert mich sehr an das wochenlange schlechte Wetter, was man in Duisburg gewöhnt ist und es ist immer noch super warm und oft sonnig.
In der letzten Zeit bin ich sehr oft rumgekommen. Kurz vor Weihnachten war ich in Mzuzu (Nordmalawi), wo Simon und ich meinen Mentor besucht haben und einige Sachen geklärt haben. Es war cool einfach mal 7 Stunden im Auto zu sitzen, dem See entlangzufahren und das Straßenleben zu bestaunen. Autofahrten in Malawi sind deutlich interessanter als in Deutschland. Über Silvester dann war ich in Südafrika, wo ich Freunde besucht habe und viele nette Leute kennengelernt habe. Südafrika ist ein sehr interessantes Land voller Gegensätze. Es gibt riesengroße Shoppingmalls, Wolkenkratzer und andere Elemente der westlichen Kultur und es gibt die Wellblechsiedlungen und die Straßenhändler, die ich zu gut aus Malawi kenne. Das Land ist hin und hergerissen zwischen Tradition und Moderne und ich konnte in beide Lebensbereiche eintauchen. Durch Deutsche, die ich in Pretoria kennenlernte, habe ich eine Nacht in einem Township (das ist eine Siedlung, wo während der Apartheid nur Schwarze leben durften) übernachtet und interessante Leute kennengelernt. Ich habe nun viel besser verstanden, was Apartheid bedeutet und war erschüttert, wie traumatisiert noch viele schwarze Südafrikaner von dieser Zeit sind. Ansonsten lebte ich in einer geschlossenen Wohnsiedlung (gated community oder security village), wo viele Menschen, die das nötige Geld haben, leben. Die Kriminalität in Südafrika ist leider sehr hoch, sodass viele Leute versuchen in sicheren Bereichen zu leben.
In Südafrika konnte ich ein entspanntes Touriprogramm genießen. Das neue Jahr begann leider mit Regen, sodass ich keine Feuerwerke sehen konnte. Das fanden aber wohl viele Südafrikaner sehr gut, da Neujahr anscheinend dazu benutzt wird um Leute zu erschießen, da die Polizei durch die Feuerwerke nicht genau die Schüsse ausmachen kann. Das ist schon eine andere Welt. Ich war aber insgesamt wieder froh in Malawi zu sein, da ich dort so langsam ein Gefühl der Heimat kriege und ich sicher rumlaufen kann.
In Malawi hat nun der Arbeitsalltag wieder angefangen. Ich bin nun nicht mehr nur Französischlehrer, sondern auch Naturwissenschaftslehrer, Vorsitzender des Landwirtschaftklubs und habe beschlossen einen Deutschklub zu gründen. Um ein Haar wäre ich auch noch „Expressive Arts“ Lehrer geworden, was ich aber noch abwenden konnte . Diese zweifelhaften Beförderungen liegen wohl daran, dass die anderen Lehrer das Fach nicht kennen oder einfach keine Lust haben. Ansonsten bin ich sehr beschäftigt in der Administration und der Weiterentwicklung der lokalen Freiwilligendienste. Die Aufgaben sind sehr interessant und machen viel Spaß.
Meine Französischprüfungen im französischem Kulturzentrum habe ich übrigens mit 88.5% und 93% abgeschlossen, worüber ich sehr froh war.
Weihnachten in Malawi war auch sehr interessant, obwohl das deutsche Weihnachten deutlich schöner ist! Heiligabend wird nicht gefeiert, dafür geht’s am ersten Weihnachtstag früh in die Kirche. Leider war die Kirche komplett überflutet, weil jemand vergessen hatte den Wasserhahn zu schließen, sodass der Gottesdienst 2 Stunden später anfing. Es wurde ein Krippenspiel aufgeführt in moderner Fassung, wo König Herodes einen Lederanzug und Gucci Sonnenbrille trug und Josef eine Frau war, die sogar eine Hose trug (Frauen durften bis 1994 keine Hosen tragen, woran sich noch immer die meisten halten)! Anschließend wurden klassische Weihnachtslieder auf Chichewa gesungen, was super lustig war. Danach ging es wieder nach Hause. Geschenke gab es keine, aber das Essen war festlich. Es gab Chicken wings mit Reis.
Meiner Gastfamilie geht’s insgesamt sehr gut. Die Zahlen an Familienangehörigen schwanken natürlich wie immer, doch insgesamt sind wir nun um die 7 Leute. Zu Weihnachten haben wir einen Kühlschrank bekommen, was nun der neue Stolz der Familie ist. Simon hatte dazu extra eine Familienversammlung einberufen und uns eine Viertelstunde die ordentliche Benutzung eines Kühlschrankes erklärt 

So das war es erstmals wieder von mir! Ich hoffe Euch hat dieser kleine Einblick in meinem Leben am anderen Ende der Welt gefallen. Ich sage dann mal bis bald!

Tionana,

Marian

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