Gutes Video über Malawi

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Dienstag, 17. Februar 2009

Hexerei in Malawi: Ein Update

Liebe Freunde, Moni Azanga,

mir geht’s gut. Ich habe leider zur Zeit viele Stromausfälle durch die vielen Regenfällen, sodass das Anrufen, Mail beantworten und ähnliche lange nicht mehr funktionierte. Ebenfalls habe ich seit Sonntag eine lästige Lungeninfektion geholt, sodass ich zur Zeit einen Gang zurückschalte. Es geht mir aber schon deutlich besser.

Donnerstag werde ich nach für 12 Tage (19. Februar- 3. März) nach Deutschland fliegen, worauf ich mich schon richtig freue. Ich würde mal sagen, dass wir irgendwann bei mir dann Party machen. Ich muss dann nur Daten ausmachen ;)

Mein heutiger Bericht wird mal wieder Hexerei sein. Ansonsten ist es nämlich ganz normal hier. Die Schüler haben Ihre „Midtermexams“ hinter sich und ich verzweifele bei der Benotung…

Bei meiner Naturwissenschaftsprüfung war Frage Nummer 1: Was ist ein Experiment? Die Antwort bei einigen Schülern darauf war: „Gott ist gut!“ Eine ebenfalls beliebte Antwort war „Magic“. Ich habe es Ihnen eigentlich nicht so beigebracht…^^

Und mit „Magic“ sind wir schon bei dem Thema worauf ich hinaus wollte:

Nach etwas längerer Zeit ohne direkte Hexenerlebnisse ist es wieder zu einen Zwischenfall gekommen. Inzwischen kann ich nur noch die Schultern schütteln kann, wenn ich die ganzen „Schauergeschichten“ höre, die hier todernst genommen werden und sich immer wieder im Alltagsleben wiederspiegeln.

Die Frau eines Pastors wird derzeit der Hexerei beschuldigt, sodass die Dorfgemeinschaft vorhat die Frau, den Ehemann und das Haus zu steinigen. Der Pastor hat sich nun zu uns geflüchtet, aber die Idee nun ist nicht zu sagen, dass die Familie „unschuldig“ ist, sondern zu beweisen inwiefern die Hexenvorwürfe stimmen… Das Haus in dem nun das Pastorenehepaar (beide über 60) zusammen mit 4 Töchtern und 3 Babys leben müssen ist unter jedem Niveau. Ich würde da wohl keine 2-3 Stunden drinne wohnen geschweige denn eine Nacht drin verbringen. Ohne Türen und Fenster und mit einer bis zu 1 Meter hohen Sandschicht in den Räumen drinne müssen Sie in einen der schlechteren Viertel Blanytres ausharren… Das hat mich echt mitgenommen und dort habe ich beschlossen zu helfen, sodass wenigstens Türen und so reinkommen. So kann angebliche Hexerei schlagartig eine Existenz vernichten!

Ebenfalls ist zur Zeit eine Ziege im Gefängnis, die angeblich ein Hexer ist, der, nachdem er was vom Markt geklaut hat, sich zu einer Ziege verwandelt hat, um der Polizei zu entfliehen. Das scheint dann aber nicht ganz geklappt zu haben. Vielleicht verwandelt sich die Ziege ja zurück, wenn sie erfährt, dass man sie essen will…

Auch geht zur Zeit das Gerücht um, dass es einen Hexer gibt, der Penisse und Brüste schrumpfen lässt, was viele Leute in helle Aufregung versetzt. Angeblich sollen spezielle Fruchtbarkeitspüppchen dagegen helfen. Genaueres weiß ich aber auch nicht.

Diese Geschichten prägen die Malawier mehr als alles anderes und ich bemerke, dass solche Geschichten ein großes Entwicklungshindernis sind, da es auch vorkommt, dass sich Leute aus Rache gegenseitig der Hexerei beschuldigen oder, dass Leute die plötzlich durch Ihre Arbeit reich geworden sind Hexen sein sollen, da der Reichtum zu plötzlich kam.

Wie weist man nun Hexerei nach?

Das bleibt nachwievor das „größte Problem“ in den meisten Fällen. Entweder verpetzen Kinder, die von Hexen unterrichtet werden Ihre Hexenmeister oder eine Person entdeckt durch Zufall einen Hexer. Leider, so sagt der Schulleiter, gibt keine Hexe freiwillig zu, dass sie eine Hexe ist, sodass es schwer ist Hexen schnell zu finden. Es gibt aber noch andere Möglichkeiten.

So entdeckt der Onkel des Schulleiters mühelos Hexen. Es reicht, dass er eine Person ansieht um zu merken, ob diese eine Hexe ist. Ebenfalls würden Inder sofort merken, ob bestimmte Menschen Hexen sind oder nicht. Hexen würden dann selbstverständlich sofort aus dem Geschäft rausgeworfen werden, sodass dann auch jeder weiß, dass die Person eine Hexe ist. Ich habe nun vorgeschlagen, dass jedes Dorf einen Inder bekommen sollte. Somit würde man die Hexen erheblich schneller finden.

Auch seien muslimische Hexen angeblich schlimmer als christliche Hexen und ich könnte inzwischen auch verhext werden, da das traditionelle Hexentum (nur die Familie kann sich untereinander verhexen) nicht mehr existiert und nun jeder jeden verhexen kann.

Da hilft es auch nicht sehr viel, wenn ich sage, dass wir in Europa keine Hexen haben. Die einzige Reaktion darauf ist: “You are so lucky!“. Ihren „Aberglauben“ mal kritisch zu überdenken und realistischer zu werden, machen nur die wenigsten, sodass ich bei solchen Diskussionen immer auf verlorenen Posten stehe.

Naja was soll man da machen. Mein Chef sagt da immer: „This is Africa my friend! We have witches, you have the Mafia“ und die Diskussion ist beendet.

Daher beende ich nun auch meinen kurzen Bericht!

Tionana, bis bald!

Marian

Samstag, 24. Januar 2009

Fotos


Kinder in Malawi

Der Pool in Südafrika ;)

Das gefährliche tägliche Leben
Beim Braai (Afrikaans Wort für Grillen)

Die Vorschule

Schulleiter und Erstklässler

Siebtklässler

Am Parlament in Pretoria

Malawianische Schulerlebnisse

Hallo Leute, Moni Azanga,

das neue Schuljahr hat gut angefangen und ich bin schon wieder voll im Schulleben drinne. Die letzten Tage habe ich damit verbracht den Jahresplan zu erstellen, wobei die Lehrer immer vergaßen, dass Französisch auch ein Schulfach ist, was Sie gerne ignorieren, worüber ich mich ein wenig ärgere^^ , meine neuen Klassen kennenzulernen und wieder in alles reinzukommen. Ich habe nun auch endlich mit konsequenten Chichewaunterricht begonnen. Zum Jahreswechsel gibt’s immer viel Stress in Malawi und sicherlich überall auf der Welt.

Wie im Rundbrief auch stand bin ich nun der Mitvorsitzende des Landwirtschaftsclubs und bin mit meinen Deutschclub auch am Start. Das Clubsystem ist dennoch sehr eigenartig, weil die freiwilligen Clubs verpflichtend sind und Schüler teilweise in Clubs gezwungen werden, damit die „unbeliebten“ Lehrer auch einen Club haben. Demokratie für Schüler ist noch sehr rar hier und ich bin mal gespannt wie die Clubs werden.

Die Erstklässler (4 Jahre) wurden übrigens geschlossen in den HIV AIDS Aufklärungsclub gesteckt, weil der Schulleiter meinte, dass Aufklärung (auch die sexuelle) nie zu früh kommen kann und er mir ganz geschockt erzählt hat, dass einige Kinder schon wissen, wie Babys geboren werden.

Er pflegt nämlich seinen Schülern zu sagen, dass Eltern Ihre Babys bekommen, indem sie in das Krankenhaus gehen um das schönste Baby für sich auszuwählen und daher jeder Schüler, um nicht wieder im Krankenhaus umgetauscht zu werden, hart arbeiten müsste. ;)

Der Schulleiter, mit dem ich mich super verstehe, ist einfach genial. Bei den letzten zwei „Schulassemblies“ hat er das Müllproblem mit folgenden 2 Themen behandelt.

1) Marian kommt aus Deutschland. In Deutschland wird man verhaftet, wenn man Müll aus dem Boden wirft. Deshalb ist es auch so schön sauber in Deutschland (ich erinnere mich nicht daran, Ihm sowas erzählt zu haben :D). Solltet Ihr Schüler eines Tages alle von Marian nach Deutschland mitgenommen werde (habe ich auch keinem versprochen :D) würdet Ihr sofort verhaftet werden in Deutschland. Also müsst Ihr fleißig in Malawi üben nichts mehr auf dem Boden zu werfen.

Dabei hat er die ganze Zeit seine Hände bekreuzigt und Handschellen simuliert.

2) Liebe Schüler. Wenn Ihr Müll auf dem Boden werft, kommen Fliegen. Fliegen übertragen Cholera. Das bedeutet, dass Ihr dann Cholera bekommt (In Simbabwe sind inzwischen über 2800 Choleratote) und innerhalb eines Tages in der Schule sterbt. Wollt Ihr in der Schule sterben?!

Das ist die malawianische Art 4- 12 Jährigen das Müllproblem näher zu bringen. ;)

Ansonsten ist er nun mega stolzer Besitzer des neuen Schulcomputers (12 Jahre alt), den wir durch Umstrukturierung im Büro erhalten haben. Ich bringe Ihm nun ein wenig Word bei, doch seitdem der Schulleiter das „Pinball Spiel“ und „Minesweeper“ auf dem Computer entdeckt hat, treffe ich Ihn oft beim Spielen ;)

Mein Unterricht:

Ich bin nun Französischlehrer bei den 1,2,5 und 6 Klässlern und ebenfalls Naturwissenschaftslehrer bei den 5 Klässlern. Die Arbeit (vor allen bei den Erst- und Zweitklässlern) ist sehr anstrengend aber sehr lohnend, weil die Kinder normalerweise gut mitmachen und sehr freundlich sind. Da sie aber auch ebenso faul sind, habe ich nun bei den Fünft- und Sechstklässlern mit Vokabeltests, Heftkontrollen und Umsetzen begonnen.

Ein sehr lauter Schüler, der immer sagt, dass die Mädchen stinken und nie seine Hausaufgaben macht, wurde zwischen 2 Mädchen gesetzt. Seitdem ist er leise :D. Das Gruppenbewusstsein ist weiterhin gleich Null. Alle petzen, schlagen sich gerne heimlich, wenn ich wegsehe und machen sich gegenseitig das Leben schwer. Ob sich das nochmals ändern wird???

Meine Naturwissenschaftsklasse macht mir sehr viel Spaß.

Ich habe in der ersten Stunde 5 weiße Pulver auf den Tisch gestellt und die sollten die Unterschiede experimentell erahnen (Gucken, in Wasser packen, Indikator). Das Thema dabei lautete: Was ist ein Versuch? Das einzige was dabei geklappt hat war das Pulver essen. Leider ging es nicht sehr wissenschaftlich sondern jeder hat seine Finger in die Pulver gepackt und gegessen (Isst ein Malawier, müssen alle essen). Das Ergebnis waren Bauchschmerzen bei 10 Leuten, die alle 3 Minuten zum Wasserhahn zum trinken gerannt sind :D

Das Ergebnis der ersten Chemiestunde war dann: „Man soll keine Sachen essen, die man nicht kennt!!“ (Wenn man Salz, Soda, Zitronensäure, Zucker und Mehl zusammen isst, tut es sicherlich weh)

Ich fand es aber genial ;)

Leider sind meine Schüler durch die vorhergegangenen Jahre etwas geschädigt, da sie ansonsten in Naturwissenschaft nur auswendig lernen mussten. Daher wurde Ihre Kreativität komplett vernichtet. Das versuche ich mal ein wenig zu ändern

Aber das ist Malawi, wo Pädagogik etwas anders interpretiert wird ;)

Azanga, ich melde mich bald wieder und wünsche alles Gute an alle Enden der Welt!

Tionana,

Marian

Dienstag, 13. Januar 2009

Impressionen aus Blantyre

Ein Stausee in Südafrika

Skyline von Pretoria








Rundbrief

Liebe Freunde, Moni Azanga,
nun ist es endlich wieder Zeit für meine dritte Rundmail. Ich war etwas schludrig mit Mailschreiben in letzter Zeit, da soviele verschiedene Sachen zu tun waren. Aber besser spät als nie!!
Zuerst das Wichtigste: Es geht mir ganz gut in Malawi. Die Regenzeit ist nun im vollen Gange, was ich aber nicht sehr störend finde. Es erinnert mich sehr an das wochenlange schlechte Wetter, was man in Duisburg gewöhnt ist und es ist immer noch super warm und oft sonnig.
In der letzten Zeit bin ich sehr oft rumgekommen. Kurz vor Weihnachten war ich in Mzuzu (Nordmalawi), wo Simon und ich meinen Mentor besucht haben und einige Sachen geklärt haben. Es war cool einfach mal 7 Stunden im Auto zu sitzen, dem See entlangzufahren und das Straßenleben zu bestaunen. Autofahrten in Malawi sind deutlich interessanter als in Deutschland. Über Silvester dann war ich in Südafrika, wo ich Freunde besucht habe und viele nette Leute kennengelernt habe. Südafrika ist ein sehr interessantes Land voller Gegensätze. Es gibt riesengroße Shoppingmalls, Wolkenkratzer und andere Elemente der westlichen Kultur und es gibt die Wellblechsiedlungen und die Straßenhändler, die ich zu gut aus Malawi kenne. Das Land ist hin und hergerissen zwischen Tradition und Moderne und ich konnte in beide Lebensbereiche eintauchen. Durch Deutsche, die ich in Pretoria kennenlernte, habe ich eine Nacht in einem Township (das ist eine Siedlung, wo während der Apartheid nur Schwarze leben durften) übernachtet und interessante Leute kennengelernt. Ich habe nun viel besser verstanden, was Apartheid bedeutet und war erschüttert, wie traumatisiert noch viele schwarze Südafrikaner von dieser Zeit sind. Ansonsten lebte ich in einer geschlossenen Wohnsiedlung (gated community oder security village), wo viele Menschen, die das nötige Geld haben, leben. Die Kriminalität in Südafrika ist leider sehr hoch, sodass viele Leute versuchen in sicheren Bereichen zu leben.
In Südafrika konnte ich ein entspanntes Touriprogramm genießen. Das neue Jahr begann leider mit Regen, sodass ich keine Feuerwerke sehen konnte. Das fanden aber wohl viele Südafrikaner sehr gut, da Neujahr anscheinend dazu benutzt wird um Leute zu erschießen, da die Polizei durch die Feuerwerke nicht genau die Schüsse ausmachen kann. Das ist schon eine andere Welt. Ich war aber insgesamt wieder froh in Malawi zu sein, da ich dort so langsam ein Gefühl der Heimat kriege und ich sicher rumlaufen kann.
In Malawi hat nun der Arbeitsalltag wieder angefangen. Ich bin nun nicht mehr nur Französischlehrer, sondern auch Naturwissenschaftslehrer, Vorsitzender des Landwirtschaftklubs und habe beschlossen einen Deutschklub zu gründen. Um ein Haar wäre ich auch noch „Expressive Arts“ Lehrer geworden, was ich aber noch abwenden konnte . Diese zweifelhaften Beförderungen liegen wohl daran, dass die anderen Lehrer das Fach nicht kennen oder einfach keine Lust haben. Ansonsten bin ich sehr beschäftigt in der Administration und der Weiterentwicklung der lokalen Freiwilligendienste. Die Aufgaben sind sehr interessant und machen viel Spaß.
Meine Französischprüfungen im französischem Kulturzentrum habe ich übrigens mit 88.5% und 93% abgeschlossen, worüber ich sehr froh war.
Weihnachten in Malawi war auch sehr interessant, obwohl das deutsche Weihnachten deutlich schöner ist! Heiligabend wird nicht gefeiert, dafür geht’s am ersten Weihnachtstag früh in die Kirche. Leider war die Kirche komplett überflutet, weil jemand vergessen hatte den Wasserhahn zu schließen, sodass der Gottesdienst 2 Stunden später anfing. Es wurde ein Krippenspiel aufgeführt in moderner Fassung, wo König Herodes einen Lederanzug und Gucci Sonnenbrille trug und Josef eine Frau war, die sogar eine Hose trug (Frauen durften bis 1994 keine Hosen tragen, woran sich noch immer die meisten halten)! Anschließend wurden klassische Weihnachtslieder auf Chichewa gesungen, was super lustig war. Danach ging es wieder nach Hause. Geschenke gab es keine, aber das Essen war festlich. Es gab Chicken wings mit Reis.
Meiner Gastfamilie geht’s insgesamt sehr gut. Die Zahlen an Familienangehörigen schwanken natürlich wie immer, doch insgesamt sind wir nun um die 7 Leute. Zu Weihnachten haben wir einen Kühlschrank bekommen, was nun der neue Stolz der Familie ist. Simon hatte dazu extra eine Familienversammlung einberufen und uns eine Viertelstunde die ordentliche Benutzung eines Kühlschrankes erklärt 

So das war es erstmals wieder von mir! Ich hoffe Euch hat dieser kleine Einblick in meinem Leben am anderen Ende der Welt gefallen. Ich sage dann mal bis bald!

Tionana,

Marian

Freitag, 19. Dezember 2008

Mein Leben im Dezember

Insektenfang

Simon, Mary und ich
Das Kochen geht ganz leicht: Man wirft die Ameisen einfach in einen heißen Topf und brät sie.

Geflügelte Ameisen: "Ngumbi" genannt und das Ersatzhühnchen in Malawi




Hallo Freunde,

inzwischen haben wir den 19. Dezember und die Weihnachtslaune ist immernoch gleich 0 :)
Heute war mein letzter Arbeitstag vor den Weihnachtsferien und bis Anfang Januar ist das Büro nun geschlossen. Ich werde wohl am 22 Dezember für einen Tag nach Mzuzu rauffahren und dann geht es am 27.12 los nach Südafrika, worauf ich mich schon mega freue.

Meine Arbeitswoche war eigentlich recht normal. Ich weiß nun jedenfalls nach fast 4 Monaten Malawi, dass der Beruf Lehrer wohl nicht ganz oben auf der Prioritätsliste steht. Die Kinder sind zwar nett aber super anstrengend und am Dienstag war ich ganz erstaunt als ne Schülerin zu mir sagte: "If you want me to behave, you must beat me!" Meine "beatings" waren dann eine Hausaufgabe, die wie so oft nur 1 oder 2 gemacht haben und irgendwie merke ich, dass es bei diesen Schülern mit dem Französischlernen nicht unbedingt besser wird. Meine Erst und Zweitklässler sind aber einfach nur klasse und können nun schon so einige Wörter.

Auch rennen sie begeistert um den Baum wenn ich :"Courrez autour de l'arbre" rufe und können sich nun vorstellen. :) Ich hoffe mal, dass sie nach den Ferien noch immer einiges draufhaben.

Ansonsten bearbeite ich mit Simon ein Freiwilligen und Sozialprogramm mit internationalen Organisationen, was interessant und herausfordernd ist.

Das was dann mal soweit von meinem Arbeitsleben und nun kommen wir zu etwas Kulturellem: Die Küche :)

Zugegeben die Küche in Malawi ist eigentlich ganz normal. Die meisten Tiere kennt man und Nsima ist auch nicht gerade exotisch (Ersatzkartoffelbrei). Zu Beginn der Regenzeit ändert es sich aber, denn die Paarungszeit einiger Insekten beginnt. Dazu zählen nämlich diese geflügelte Prachtexemplare im Kochtopf, die wie Hühnchen schmecken und wenn man vergisst, dass es Insekten sind auch ganz lecker sind.

Wie fängt man die Ngumbi?

Das ist zugegeben recht einfach, denn sie scheinen so ziemlich die dööfsten aller Insekten zu sein: Man braucht eine Lichtquelle und seine Hände. Sobald es dunkel wird kommen sie dann in Scharen. Dann nimmt man einfach nur seine Handvoll und wirft sie entweder direkt in nen Topf oder erst in einen Wassereimer, damit sie schlechter wegfliegen können. Wenn der Topf dann voll ist, geht er auf die heiße Kochplatte und 3 Minuten später hat man gebratene Insekten. Diese müssen dann durch ein großes Sieb, damit die Flügel abgehen und fertig ist das Abendessen. Mein Lehrerkollege empfahl mir dazu noch Grashüpfer, mir reichen die Ngumbis aber erstmals :)


Weihnachten in Malawi:

Ich wurde nun mehrmals schon gefragt: Wie feiert man eigentlich Weihnachten in Malawi?
Weihnachten ist ja erst seit Kurzem (ca. 100 Jahre) in Malawi, sodass es keine richtige Tradition gibt.
Was viele Malawier aber machen ist, dass sie entweder am 24. Dezember spät abends oder am 25. Dezember früh morgens in die Kirche gehen und danach versuchen so gut wie möglich zu essen. Geschenke gibt es normalerweise keine.

Die Globalisierung von Weihnachten hat aber auch in Malawi nicht Halt gemacht. Seit 2 Monaten läuft wie gesagt schon Weihnachtsmusik in den Läden, die Behörden haben die hässlichsten Plastikweihnachtsbäume in ihren Büros aufgebaut und im Einkaufszentrum mussten die Kassiererinnen Weihnachtsmützen oder Rentierhörnchen tragen und auf den Fensterscheiben wurden Weihnahchtswünsche gesprüht.
Die Zeitungen und das Fernsehen wünschen frohe Weihnachten und drucken Fotos von glücklichen Kindern mit Geschenken in den Armen und lachenden Weihnachtsmännern. Es ist schon irgendwie komisch bei 30 Grad Celsius den Weihnachtsmann auf nem Bild zu sehen, während man neben einer Palme steht.

Die Malawier stört es aber anscheinend nicht :)

Zum Abschluss lade ich noch ein paar Fotos hoch und hoffe, dass es euch im kälterem Deutschland gut geht! Liebe Grüße und Tionana!!

Marian

PS: Mein Blog hat die 1000 Besucher Marke geknackt^^ Weiter so!!!

Sonntag, 7. Dezember 2008

Fotos und kleiner Bericht

Ein Fastfamilienfoto :)
Meine Erstklässler (meine Lieblingsklasse)
"Leckere" kleine getrocknete Fische (Usipa): Das übliche Abendessen für die Kleinen
Promise und ich
Hallo Leute,

die Zeit vergeht wie im Flug und nun ist schon der 7.12.2008 ;) Nikolaus wird in Malawi nicht gefeiert, euch aber einen schönen Nikolaustag nachträglich. Wie gehts Euch im kalten Duisburg, Deutschland? Hier in Malawi hat nun die Regenzeit angefangen und es ist nun nicht mehr heiß, sondern schwül warm, was auch nicht unbedingt besser ist :). Lehrer Marian geht es auf jeden Fall noch immer ganz gut und das Unterrichten wird immer routinierter. Ich denke aber inzwischen aber manchmal, dass die Schüler in Deutschland ein wenig netter gegenseitig sind. So ist diese Woche, während meines Unterrichtes!!, ein Schüler an die Tafel gegangen, hat sich ein Stück Kreide geholt und hat damit dann einen anderen abgeworfen. Im ersten Moment war ich völlig baff und wusste nicht wie ich reagieren sollte. Die anderen Schüler haben mir gesagt ich sollte Ihm in die Backe kneifen, ich habe aber dann die deutsche Methode genutzt und gesagt, dass ich sowas nie wieder in meinem Unterricht sehen möchte. Schon komisch wie schnell sich die Rollen ändern. Am meisten Spaß machen mir die Erstklässler. Sie sind richtig süß und machen alle Spiele und andere Sachen mit ohne sich zu beschweren :). Neben meiner Lehrtätigkeit bringe ich Ihnen auch noch das richtige Anstehen am Wasserhahn bei, was Simon sehr wichtig findet und was in Malawi (Anstehen) nicht selbstverständlich ist.

Wie schon eingangs gesagt hat sich das Wetter geändert. Nun gibt es jeden Tag einen mehr oder weniger kurzen Schauer und die ganze Gegend ergrünt. Wir haben begonnen Mais zu pflanzen,und haben einige Mangos geerntet (ich esse sie am liebsten ungereift und mit Schale :)).

Fast unvorstellbar, dass in etwas mehr als 2 Wochen schon Weihnachten ist, aber bis auf die endlosen Weihnachtslieder im Shoprite Supermarkt, wo die Kassiererinnen bis vor kurzer Zeit noch Weihnachtsmützen trugen :), merkt man absolut gar nichts von Weihnachten und Advent. Ich überlege immer noch einen Plastiktannenbaum für die Familie zu kaufen und durchforste meinen PC nach Weihnachtsliedern. Silvester gehts dann höchst wahrscheinlich nach Südafrika, wo Maja und ich uns mit einigen anderen vom Vorbereitungsseminar treffen. Darauf freue ich mich schon riesig!

Was ist sonst noch los? Nächste Woche habe ich dann meine Französischprüfungen im französischen Kulturzentrum, für die ich noch unbedingt lernen muss und zurzeit verbringe ich auch etwas Zeit mit Bewerbungsschreiben.

Der Familie gehts auch ganz gut. Simon ist heil aus Botswana wieder gekommen, Malaika kann nun laufen und kommt mich immer besuchen. Ich scheine zur Zeit beliebter als Mary zu sein. Das kann vielleicht einfach daran liegen, dass ich nicht die Person bin, die Ihr Medizin verpasst.^^

Den Kindern gehts auch gut nur merke ich, dass die beiden Mädchen deutlich distanzierter zu mir sind als die Jungs. Wenn ich am Samstag morgen zum Beispiel Colliness frage wie es ihr geht kommt die Antwort: I am fine thank you and how are you too? Das ist dasselbe, was immer im Unterricht kommt, wenn ich die Schüler frage wie es Ihnen geht. Naja, damit muss ich wohl leben ;).

Tionana, bis bald!!