Nachdem David (Französischlehrer) und ich vor einer Woche im French Cultural Center waren, kam am Dienstag der versprochene Besuch um sich den Unterricht anzusehen. Meine anfänglichen Sorgen (sehr niedriges Französischniveau) sollten sich als nichtig herausstellen, da zum Einen meine Schüler sehr gut mitmachten (5. Schuljahr) und zum Anderen das Französischniveau an anderen Schulen noch geringer sein muss, da beide Lehrer recht begeistert waren. Die Begeisterung war so groß, dass Sie am 2. Oktober wiederkommen und uns für die wöchentliche Französischsendung „French Corner“ auf TVMalawi filmen werden. David war davon so begeistert, dass ich gleich ein Theaterstück schreiben musste und Bibelverse auf Französisch rausfinden muss. Was tut man nicht alles, um auf TVMalawi gesehen zu werden . Der Schulleiter ist auf jedenfall sehr begeistert, was meinen Plan die Französischstunden zu erhöhen sicherlich vereinfachen wird, da 70 Minuten Französischunterricht pro Klasse in der Woche zu wenig sind. Ansonsten konnte ich diese Woche zum ersten Mal alle meine Klassen sehen und sagen, dass ich sicherlich viel Spaß haben werde, da sie alle nett und sehr unterschiedlich sind und (noch) meinen Anweisungen gehorchen. Das geht so weit, dass im 6. Schuljahr, nachdem ich sie begrüßt hatte, die Schüler so lange stehen blieben, bis ich „Sit Down“ bzw. „Asseyez vous“ sagte (was 5 Minuten dauerte, da ich es nicht bemerkt hatte).
Nach dem Unterricht beschloss ich dann mich im Fitnessstudio um die Ecke anzumelden. Es befindet sich im Hinterhof eines „Social Clubs“, die es in Malawi zu Genüge gibt (Social Club ist die vornehme Umschreibung für Sauftreffen). Der Trainer, der Chaunde heißt, war sehr nett und zeigte mir die Location, die zwar etwas schäbig wirkte, aber sauber war. Für 5 Euro bin ich nun Mitglied im „ProFitness Gym“, dessen Motto „no pain no gain“ ist. Ich bin mal gespannt, wie es wird.^^ Chaunde sagte mir, dass er einen Deutschen kennt, der in der Mall arbeitet und wenig später traf ich dann zum zweiten Mal einen Deutschen in Blantyre, Thomas aus Dresden, der seit zwei Jahren in Malawi lebt und in einem Brillengeschäft arbeitet. Als ich Ihm sagte, dass ich aus Deutschland komme und für ein Jahr hier leben würde, begrüßte er mich mit: „Was hast du denn in diesem Scheißland verloren“ und bot mir gleich an bei Ihm zu wohnen . Thomas hat sich vor 3 Jahren einen LKW bei ebay gekauft und ist damit von Deutschland aus durch ganz Afrika gefahren, ohne eine zweite Sprache zu können. Als er von Südafrika nach Malawi fuhr, ging Ihm das Geld aus und seitdem arbeitet er in Malawi, damit er eines Tages nach Indien weiterreist. Auch ein interessantes Leben!
Mittwoch war ich dann zum ersten Mal im French Cultural Center, um Chichewa Unterricht zu nehmen, was ich mir aber noch überlegen werde, da mit den gleichen Materialien, die ich schon seit Wochen habe unterrichtet wird und meine Ansprüche etwas anders sind, als die der Lernenden. Man traf auf jedenfall andere Weiße aus allen Winkeln der Welt (USA, Irland, England etc.).
Da Simon schon Dienstag nach Nkotha-Kota gefahren ist, bin ich Dienstag und Mittwoch mit dem Minibus durch Blantyre getourt. Minibusse sind meistens Transporter von Toyota (12 Sitze), in denen bis zu 20 Leute Platz finden und das Hauptverkehrsmittel der Malawier. Sobald der Bus voll (richtig voll) ist, geht es dann zu bestimmten Plätzen in der Stadt. Dies ist immer recht abenteuerlich, da Minibusfahrer immer in Konkurrenz zu anderen Fahrern stehen und daher recht rüpelhaft fahren. Ebenfalls werden sie gerne von der Polizei angehalten, was entweder daran liegt, dass die Hälfte des Benzins unverbrannt wieder aus dem Auspuff kommt, was zu interessanten Rauchwolken und Aromen führt, oder die Busse einfach überfüllt sind.
Ich war jedoch erstaunt, wie diszipliniert und ruhig es in den Bussen zu geht, was ich gar nicht erwartet hätte. Auch sind die Insassen sehr freundlich. Als ich Mittwochabend im Halbdunkel (17.50 Uhr) den letzten Minibus nach Mpemba suchte, wurde mir sehr schnell geholfen und ich erreichte mit etwas Glück den letzten Bus was mich sehr freute, weil die Umgebung in der ich mich befand schon tagsüber voll von Taschendieben ist. Als ich dann im Dunkeln in Mpemba ausstieg, dachte ich die ganzen Zeit an den hilfreichen Tipp von Herr Denzin: „Marian, wenn du einmal im Dunkeln durch Afrika läufst, erzähle einfach einen Witz und es wird sofort hell (die Zähne der Afrikaner). Ich erreichte mein Haus sicher und am nächsten Morgen ging es dann nach Nkotha-Kota…
2 Kommentare:
loooool Herr Denzin xDDD
boah Marian ^^ mir fällt dazu nix mehr ein..du bist Lehrer ey.. :O
wenne zurück kommst, haste die Figur eines Bodybuilders und bist auch schwarz! ich sags dir! und du wirst nie wieder aufhören,mit den Händen zu essen, aber das würde dich bei mir NOCH willkommender machen als überhaupt schon :)
Bin mal gespannt, was an deinem Geburtstag passiert. Hehehe.
Liebe Grüßeee!
Hallöle... Ich melde mich auch mal wieder... Ich muss schon sagen,ich bin neidisch =)
Naja auf's mit den Händen essen nicht so, aber auf alles andere schon =)
Ich find's geil was du so erlebst und dich als Lehrer... Naja könnte wahrscheinlich nicht besser sein =)
Bald haste Burzeltaaag... Sag mal gibbet da auch sowas wie geburtstagskuchen?? Wenn nich, schick ich dir noch einen =)
Lg
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